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Neue Reaktorkonzepte. Eine Analyse des aktuellen Forschungsstands.

AuthorÖko-Institut, C.Pistner, M.Englert
-
DateApril 2017
Classification 6.01.3.50/29 (NUCLEAR SAFETY - REACTORS - NEW GENERATIONS - GENERAL)
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Neue Reaktorkonzepte.
Eine Analyse des aktuellen Forschungsstands.
Öko-Institut
Darmstadt, April 2017
Im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung

Autorinnen und Autoren
Dr. Christoph Pistner
Dr. Matthias Englert

Abstract
Seit mehreren Jahrzehnten werden international „neue Reaktorkonzepte“ 
erforscht. Erklärtes Ziel solcher Entwicklungen ist es, in den 
Bereichen Sicherheit, Nachhaltigkeit, Ökonomie und Nukleare 
Nichtverbreitung gegenüber heutigen Kernkraftwerken deutliche Vorteile 
aufzuweisen. Dabei stellt neben der Weiterentwicklung von 
Reaktorkonzepten auch die gesamte Thematik der Brennstoffver- und 
–entsorgung einen integralen Bestandteil der Diskussion um neue 
Reaktorkonzepte dar.
Im Rahmen dieser Studie werden der gegenwärtige Entwicklungsstand 
verschiedener ausgewählter Reaktorkonzepte dargestellt, 
ausgewählte historische Erfahrungen mit der Entwicklung solcher 
Reaktorsysteme zusammengefasst und eine grundsätzliche Bewertung der 
Erreichbarkeit der postulierten Vorteile der jeweiligen Systeme mit 
Blick auf verschiedene Bewertungskriterien (Sicherheit, Ressourcen 
und Brennstoffversorgung, Abfallproblematik, Ökonomie und 
Proliferation) vorgenommen.
Bei den betrachteten System handelt es sich um Schnelle Brutreaktoren 
(FBR), Hochtemperatur-Reaktoren (HTR), Salzschmelze-Reaktoren (MSR) 
und kleine, modulare Reaktoren (SMR). Keines dieser Reaktorkonzepte 
konnte – trotz teilweise bereits jahrzehntelanger Forschung und 
Entwicklung - bisher erfolgreich am Markt etabliert werden.

Übergeordnet kann festgestellt werden, dass zwar einzelne Reaktorkonzepte 
in einzelnen Bereichen tatsächlich potenzielle Vorteile gegenüber der 
heutigen Generation von Kernkraftwerken erwarten lassen. Kein Konzept ist 
jedoch in der Lage, gleichzeitig in allen Bereichen Fortschritte zu erzielen. 
Vielfach stehen die einzelnen Kriterien untereinander im Wettbewerb, so dass 
Fortschritte in einem Bereich zu Nachteilen bei anderen Bereichen führen. So 
führen beispielsweise häufig Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zu 
Nachteilen im Bereich der Ökonomie, Vorteile bei der Ressourcenausnutzung 
stehen vielfach im Widerspruch zu einer Verbesserung im Bereich der 
Proliferation. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass ein Reaktorkonzept, 
welches nur in einzelnen Bereichen Fortschritte bietet, zu einer deutlich 
verbesserten gesellschaftlichen Akzeptanz der Kernenergienutzung beitragen 
könnte.

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