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Subversiver Kampf in der Anti-AKW-Bewegung (1980)

AuteurRevolutionäre Zellen, Rote Zora
Datum1980
Classificatie 2.01.2.20/02 (DUITSLAND - ANTIKERNENERGIEBEWEGING - ACTIES/SABOTAGES)
Voorkant

Uit de publicatie:

Subversiver Kampf in der Anti-AKW-Bewegung

1980

Die Massenbewegung gegen AKW ist 1974/75 aufgekommen. Sind dazu Impulse 
von euch ausgegangen? Wie habt ihr sie am Anfang eingeschätzt?
Die Bewegung gegen Atomkraftwerke, die in den Jahren 74/75 entstand, war uns 
fremd. Wir hatten zwar viel Sympathie für die Platzbesetzer von Wyhl [1] (Frühjahr 
75), aber gleichzeitig war uns die soziale Basis dieser Bewegung sehr suspekt.
Was hatten wir gemeinsam mit Bauern, Naturschützern und umweltbewußten Lehrern 
und Wissenschaftlern ? Grundsätzlich waren wir zwar auch gegen AKW, aber wir 
hielten das Problem für einen Nebenaspekt Letztlich erschien es uns egal, ob die 
Zerstörung, Versteinerung und Entmenschlichung dieser Gesellschaft und unseres 
Lebens durch die Atomenergie oder durch das Öl stattfindet. Auch die potentielle 
Gefährlichkeit der AKW s war für uns kein entscheidendes Argument.
So beschäftigte uns der Tod von Holger Meins viel mehr, der 1974 im Knast ermordet 
wurde. Dieses langsame Verhungernlassen eines Menschen im Knast räumte bei uns 
die letzten Illusionen auf, die wir über diesen Staat noch hatten. Es ist schwierig, um 
zukünftige Gefahren durch die Atomenergie zu bangen, wenn Tag für Tag Menschen 
sterben oder langsam umgebracht werden: am Arbeitsplatz, in den Betonsilos, auf den 
Straßen, in den Knästen und psychiatrischen Anstalten. Wir hatten die Einschätzung, 
daß diese damals entstehende Anti-AKW-Bewegung sowohl von ihrem inhaltlichen 
Bezugspunkt als auch von ihrer sozialen Basis nur eine reformistische
Perspektive entwickeln könnte. Die Auswüchse des kapitalistischen/patriarchalen 
Systems sollten abgeschafft werden, an ihren Ursachen aber nicht gerührt werden. 
Der Einbruch der kapitalistischen Auswüchse in scheinbar heile Lebens- und 
Arbeitszusammenhänge, Naturabläufe, Traditionen etc. auf dem Lande sollte 
abgewehrt werden. Im Hinterkopf hatten wir noch die Vorstellung vom Proletariat als 
einzigem legitimen revolutionären Subjekt in der Geschichte. In dieser festgefügten 
Vorstellung hatte aber das neue Verständnis der Frauenbewegung schon
Veränderungen bewirkt. Diese Sichtweise des anfänglichen Anti-Atom-Kampfes wird 
noch verständlicher, wenn man/frau weiß, in welchen Bereichen wir zu dieser Zeit 
sowohl legal als auch illegal unsere Schwerpunkte hatten. Dies waren die 
Fahrpreiskämpfe, die Jugendzentrumsbewegung, die Häuserkämpfe, die 
Frauenbewegung und der Internationalismus. Wie habt ihr euch in den Hauptphasen 
der Mobilisierung a) bis Brokdorf [2] II/III b) bis Grohnde [3]/Kalkar c) mit Gorleben 
eingebracht ?

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