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Der Atompfilz. Gewerkschaften und Atomkraft (1977)

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Date1977
Classification 2.01.1.30/01 (GERMANY - OPINION - PUBLIC ORGANISATIONS)
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Warum dieses Buch?

Der Wirbel, den die Rede Heinz Brandts auf der Itzehoer Anti-Atomkraft-
Demonstration und speziell seine Verwendung und Definition des Wortes "Atomfilz" 
verursachte, war Anlaß für dieses Buch. Die nervöse, sich bis zum Ausschlußantrag 
gegen H. Brandt steigernde Reaktion der IG Metall und anderer Gewerkschaften auf 
das offensichtliche Reizwort "Atomfilz" legte es nahe, einmal die Bestandteile dieses 
Wortes näher zu untersuchen, um der Brisanz der Verknüpfung von ,Atom' und ,Filz'
auf die Spur zu kommen; also der Brisanz des Zusammenhangs von aktueller
Atompolitik und -diskussion mit jenen Erscheinungen innerhalb der Gewerkschaften, 
die bereits in anderen Fällen mit ,Filz' umschrieben wurden.
Einerseits behandelt dieses Buch also Probleme um die Atomkraft und ihre möglichen 
Folgen, andererseits ein innergewerkschaftliches Strukturproblem, "den Filz". Der 
erste Teil hat die Aufgabe, kritische Argumente in Sachen Atomkraft zu benennen 
und die Dimensionen vorzustellen, in die uns deren Verwendung in gesellschaftlicher, 
politischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht führen kann.
Im ersten Beitrag äußert der schwedische Nobelpreisträger für Physik, Bannes Alfven, 
die Befürchtung, daß die Vernichtung der Menschheit und der Erde durch die 
bevorstehende Massenproduktion von Plutonium machbar wird. Wir beschäftigen uns 
zunächst nicht mit der "friedlichen" Nutzung der Atomkraftwerke, sondern mit den 
militärpolitischen Auswirkungen des Atomprogramms der Bundesrepublik.
Wolfram Wette zufolge sind Atomkraftwerke ideale Objekte zur militärischen und 
politischen Erpressung durch militärische Angreifer und Terroristen.
Frank Barnaby, der Direktor des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI, 
analysiert die Möglichkeiten der "unfriedlichen" Nutzung von Atomkraftwerken, 
insbesondere beim Verkauf der Nuklear-Technologie an Länder der Dritten und 
Vierten Welt. Seiner Prognose zufolge steigt die Wahrscheinlichkeit eines 
Atomkrieges um ein Mehrfaches.
Peter Klein, Mitarbeiter der Brasilien-Gruppe von "amnesty international", 
dokumentiert und beschreibt die möglichen Folgen der Lieferung von 
Atomtechnologie an die brasilianischen Partner des "größten Exportgeschäfts" 
der bundesdeutschen Industrie.
Der in London lebende, aus der Sowjetunion ausgebürgerte Biochemiker Zhores 
Medvedev hat aus sowjetischen Fachzeitschriften einen Fall rekonstruiert, der nach 
gängigen Risikoberechnungen nicht sein darf: die Explosion nuklearer Abfälle einer 
Atommülldeponie in Sibirien.

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