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Linksextremistische/militante Bestrebungen im Rahmen der Anti-Castor- Kampagne. Konzepte und Gruppen (Wendland) (1996)

AuthorBundesamt für Verfassungschutz
DateOctober 1996
Classification 2.01.2.30/09 (GERMANY - ANTI-NUCLEAR MOVEMENT - REPRESSION)
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Ausgangslage

Der Transport abgebrannter Brennelemente nach Gorleben mobilisiert - neben
den zahlreichen Umweltschutzorganisationen und Initiativen von Bürgern aus der 
Region Lüchow-Dannenberg und entlang der Transportstrecken - auch gewalttätige 
Linksextremisten. Diese sehen in ihrer Beteiligung an der Kampagne mit militanten 
Aktionen einen geeigneten Ansatzpunkt für ihre eigenen politischen Ziele.

In der Agitation autonomer anarchistischer Gruppierungen ist die zivile Nutzung der 
Kernenergie Ausdruck einer bestimmten Staatsraison - eines staatlichen Systems, das 
einzig darauf aus sei, Menschen zu beherrschen und auszubeuten.

Solche Linksextremisten sprechen daher u. a. vom Kampf gegen den "Atomstaat" 
und das "Atomprogramm"; wenn es gelinge, Teile des "Atomprogramms" zu 
verhindern, sei - so verkünden sie - ein Schritt zur Zerschlagung "des Systems" 
getan, ein Schritt auf dem Weg zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft.

Im Zusammenhang mit dem bisher letzten, Anfang Mai 1996 durchgeführten,
Castor-Transport hat es wieder zahlreiche Gewaltaktionen von Linksextremisten 
gegeben - nach Gefährlichkeit und Höhe der Sachschäden gravierender als bei dem 
Castor-Transport im Vorjahr. Bahnschwellen wurden durchgesägt, Gleiskörper 
unterhöhlt, Signalkabel durchtrennt und Oberleitungen mit Wurfankern zerstört; 
zwei Sprengstoffanschläge wurden verübt.

Da Rücktransporte aus ausländischen Aufbereitungsanlagen nach Gorleben auf 
Jahre hinaus geplant sind, wird sich aller Voraussicht nach die Kampagne gegen 
CASTOR-Transporte zu einem ständigen Thema entwickeln.

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