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Analyse der Entsorgungssituation in der Bundesrepublik Deutschland ... (1998)
| Author | Gruppe Ökologie |
| Date | August 1998 |
| Classification | 2.01.4.10/28 (GERMANY - WASTE - GENERAL) |
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1 Einleitung und Aufgabenstellung Bei der Nutzung der Atomenergie fallen radioaktive Abfälle an, die teilweise für äußerst lange Zeiträume eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Auch im Falle eines Ausstiegs aus der Atomenergienutzung müssen die bis dahin angefallenen Abfälle möglichst sicher ,,entsorgt" werden. Dazu bedarf es einer Vielzahl von übertägigen Maßnahmen (z.B. Zwischenlagerung, Transporte) sowie abschließend der Endlagerung. Die Entsorgungsfrage führt jedoch zu einem Handlungsdilemma: Sie erfordert Lösungen für die langfristig sichere Beseitigung der radioaktiven Abfälle, obwohl dafür- speziell im Bereich der Endlagerung - gegenwärtig immer noch viele offene Fragen bestehen. Hinzu tritt, daß sämtliche Entsorgungsschritte das Risiko der unkontrollierten Freisetzung radioaktiver Stoffe beinhalten. Aus dieser Zwangslage führen letztendlich nur zwei Schritte, die unlösbar miteinander verbunden sind: - Der Ausstieg aus der Atomenergienutzung begrenzt die Menge der zu entsorgenden radioaktiven Abfälle und beseitigt die Risiken des Reaktorbetriebs. - Der Versuch, für die auch bei einem Ausstieg zu beseitigenden Abfälle ein hinsichtlich aller wichtigen Aspekte (vorrangig Sicherheit) optimiertes Entsorgungskonzept zu finden. Mit der von der Heinrich Böll Stiftung im März 1998 an die Gruppe Ökologie Hannover e.V. vergebenen Studie ,,Entsorgungsstrategie" werden, unter der Voraussetzung des Ausstiegs aus der Atomenergie, Möglichkeiten und Bedingungen für die Entsorgung aufgezeigt. Um Mißverständnisse zu vermeiden, muß deutlich darauf hingewiesen werden, daß die in dieser Studie zur Diskussion gestellte Entsorgungsstrategie nicht verwechselt werden darf mit einer risikofreien Lösung der Entsorgungsfrage. Die mit der Entsorgung zusammenhängenden Probleme und Risiken können vielmehr lediglich verringert werden. Der Ausstieg ist dazu eine unabdingbare Voraussetzung. Andernfalls werden durch das weitere Anwachsen der Mengen an radioaktiven Abfällen auch die Probleme bei der Entsorgung noch größer werden als sie schon sind. Daher kann die vorgestellte Entsorgungsstrategie auch nicht als Argument für die weitere Nutzung der Atomkraft dienen, weil dann die notwendige Voraussetzung für die Entsorgungsstrategie nicht mehr erfüllt ist. Die generelle Aufgabenstellung der Studie besteht somit darin, unter der Prämisse des Ausstiegs aus der Atomenergienutzung Hinweise für eine mögliche Strategie zum Umgang mit den radioaktiven Abfällen zu geben. Zu diesem Zweck wird die aktuelle Entsorgungsdiskussion in Deutschland in Hinblick auf das Entsorgungskonzept, das Abfallaufkommen, die übertägigen Entsorgungsschritte, die Endlagerproblematik sowie ausgewählte weitere Aspekte analysiert.
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