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Die Folgen van Tschernobyl in und um Bamberg (1987)

AuthorKreisgruppe Bamberg
DateMarch 1987
Classification 2.34.8.30/45 (CHERNOBYL ACCIDENT - CONSEQUENCES EUROPE - GENERAL)
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Vorwort

Mit dem vorliegenden Bericht füllt der Bund Naturschutz eine der Lücken, die die 
regionalen Behörden nach der Katastrophe von Tschernobyl offenließen: denn es 
gibt bis heute keine genauen Auskünfte über die Verteilung der radioaktiven Stoffe, 
die die Tschernobylwolke im Landkreis Bamberg hinterließ. Viele Landwirte und 
Hobbygärtner fragten uns in den vergangenen Monaten danach, wie es um ihr Stück 
Erde bestellt ist. Von den Behörden erhielten sie keine auswertbaren Antworten. Der 
Bund Naturschutz kaufte daher, von vielen Spendern unterstützt, ein Meßgerät, und 
trug die Ergebnisse zusammen. Viele der uns gestellten Fragen können nun mit 
diesem Bericht beantwortet werden. Die genaue Kenntnis der Falloutverteilung 
kann aber auch wichtig sein für die Lebensmittelproduktion, für Risikogruppen, 
z.B. fürden Anbau von Baby- und Kindernahrung. Denn es ist gut zu wissen, wo 
strahlenarme Gemüse angebaut werden können.
Die Katastrophe von Tschernobyl liegt nun fast ein Jahr zurück. Mit den kurzlebigen 
Isotopen scheint bei vielen Mitbürgern auch das Interesse an der Belastung ihrer 
Nahrung abgeklungen zu sein. Viele Bürger haben die amtlichen Entwarnungen 
offensichtlich so mißinterpretiert, daß die Radioaktivität nun abgeklungen sei oder 
zumindest daß es alle radioaktiven Stoffe weggeschwemmt hat. Aber man darf sich 
nicht darüberhinwegtäuschen lassen: Der Ackerboden enthält noch nahezu die 
gleiche Menge an Cäsium, die ihm im vergangenen Mai zugefügt wurde. Die 
Grundnahrungsmittel Getreide und Kartoffeln werden - nach den Lehren aus den 
Atomwaffenversuchen der 60er Jahre - erst mit der Ernte 1987 ihr 
Belastungsmaximum erreichen. Tschernobyl hat an wenigen Tagen weit mehr 
Cäsium in den Boden gebracht, als hunderte oberirdischer Atomwaffenversuche 
in vielen Jahren der Vergangenheit.
Die Mitglieder des Stadtrats und des Kreistages erhalten ein Gratisexemplar
des Berichts zu ihrer Information, verbunden mit der Forderung, endlich auch die 
dort niedergelegten Heßdaten über die unterschiedliche Oberflächenbelastung in 
unserem Bereich zu veröffentlichen und auf allen Sitzbänken und 
Aussichtsplattformen eventl. noch verbliebene heiße Teilchen zu entfernen.
Die Heßreihe wird im kommenden Sommer fortgesetzt. Wir bieten dann auch 
wieder den interessierten Mitbürgern die Möglichkeit an, in ihrem engeren Umkreis 
Messungen durchzuführen (falls geeignete Meßflächen vorhanden sind, vgl. Kap.2).
Der vorliegende Bericht umfaßt nicht nur die nackten Meßdaten, sondern auch 
einige Informationen zu Ihrem Verständnis, um die Bedeutung dieser Werte besser 
einschätzen zu können. Am Ende des Berichts finden sich auch noch eine Reihe 
von Tips, wie die eigene Strahlenbelastung so gut es geht reduziert werden kann.
Wir danken den freigebigen Spendern, die dieses für so einen kleinen Verein doch 
recht kostspielige Unternehmen erst möglich gemacht haben und wir danken 
Ulrike Best, Christian Strätz, Themas Vogler und Andreas Wunderer, die an der 
Zusammenstellung dieses Berichts eifrig mitgearbeitet haben.
Für den Bund Naturschutz
Dr.Ludwig Trautmann-Popp

März 1987

ViSdP: Dr. Ludvig Trautmann-Popp, Obere Sandstr.7, 86 Bamberg
Anmerkung: Die im Text verwendeten Literaturunterlagen werden mit Zahlen 
in Klammern zitiert und beziehen sich auf die Aufstellung, Seite 23.

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