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Tschernobyl folgen; Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft (1987)

AuthorKl. Bätjer
DateApril 1987
Classification 2.34.8.32/12 (CHERNOBYL ACCIDENT - CONSEQUENCES EUROPE - CONTAMINATED FOOD)
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0. Zusammenfassung:

Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl/UdSSR hat mit der unkontrollierten Emission 
erheblicher Mengen radioaktiven Materials große Teile Europas und hier 
insbesondere die Bundesrepublik Deutschland außergewöhnlich stark radioaktiv 
verseucht. Für die verschiedenen Berufs- und Bevölkerungsgruppen sind die 
Langzeitrisiken wie Erbschäden, Erkrankungen und Tod durch Tumoren (= Krebs) 
unterschiedlich hoch. Berufsgruppen, die nach dem Unfall in Tschernobyl im Freien
arbeiten müssen, sind in höherem Maße gefährdet, als andere Werktätige.

Die Hauptbelastungswege durch radioaktive Materie sind äußere Strahlung durch 
radioaktive Stoffe in der Luft und auf dem Boden sowie innere Bestrahlung durch 
Aufnahme radioaktiver Stoffe beim Atmen und durch Nahrungsmittel. Der
 verbliebene Fallout wird wegen kontaminierter Böden, Futter-und Nahrungsmittel, 
landwirtschaftlicher Recyclings-techniken und der Verwendung verseuchter 
Düngemittel weiterhin eine radiologische Gefahr darstellen.

Für die im Gartenbau, in der Forst- und in der Landwirtschaft Beschäftigten und 
deren Angehörige wird geschätzt, wie groß die Schäden sein können, sofern keine 
oder nur wenige Vorkehrungen zur Aufklärung und zum Schutz der Betroffenen
unternommen werden.

Es wird vorgeschlagen, in Zukunft sorgfältig außergewöhnliche Erkrankungen neben 
den üblichen Klassifikationen aufzunehmen und zu beobachten, um statistische 
Aussagen vorbereiten und vornehmen zu können. Gegebenenfalls mag es sinnvoll
sein, unter radiologischen Aspekten genauere pathologische Analysen und 
Untersuchungen vornehmen zu lassen.

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