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Woher das KKW seinen Brennstof bekommt und was damit geschiedt (1980)

AuthorInformationskreis Kernenergie
Date1980
Classification 6.01.0.00/28 (GENERAL)
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Der nukleare Brennstoff-Kreislauf

Die moderne Wissenschaft und Technik hat vieles unmöglich Scheinende 
möglichgemacht. Der Mensch hat gelernt, in neuen Dimensionen zu denken 
und Eigenschaften zu nutzen, die bisher ungewohnt waren.

Die friedliche Nutzung der Kernenergie in unserem Jahrhundert gibt hier ein 
hervorragendes Beispiel dafür. Sie ermöglicht sogar die Realisierung einer 
anscheinend paradoxen Vorstellung, der des "Brennstoff- Kreislaufs".

Voraussetzung für einen Kreislauf ist, daß man nach Ablauf eines Prozesses 
wiederdorthin gelangt, wo man begann. Das gesamte Verfahren muß sich 
wiederholen lassen.

Auf die friedliche Nutzung der Kernenergie bezogen, bedeutet das: Man müsste
Asche verbrennen können. Doch selbst dann wäre es kein Kreislauf, denn am
Anfang stand ja ein bestimmter Brennstoff und nicht seine Asche.

Tatsächlich wird bei der Kernenergie aus dem verbrauchten Brennstoffneuer 
Brennstoff gewonnen, der gleichartige Eigenschaften und den gleichen spezifischen
Energiegehalt wie der ursprüngliche hat, und genau hier schließt sich der sogenannte
"Brennstoffkreislauf".

Im allgemeinen funktioniert so ein Kreislauf natürlich nicht ohne Verluste; d. h. 
man gewinnt weniger Brennstoff zurück als zuerst eingesetzt worden ist.

Aus diesem Grunde muß bei den heute gebräuchlichen Leichtwasserreaktoren zur
Aufrechterhaltung des Kreislaufes von außen ständig neuer Brennstoff als Ersatz 
für den verbrauchten eingespeist werden. Bei den in der Entwicklung befindlichen 
Reaktoren der neuen Generation wird dies jedoch nicht mehr notwendig sein: Der
Brutreaktor erzeugt seinen Spaltstoff, Plutonium, während des Betriebes immer
wieder selbst. Als Zugabe benötigt er nur das nichtspaltbare Abfall-Uran U-238, 
das sonst nicht verwendbar ist.

Vom Ausgangspunkt an wollen wir im Folgenden die einzelnen Stationen des
"Brennstoff-Kreislaufes" der Kernenergie genauer kennenlernen, wobei hier nur
vom Uran- und Plutonium-Brennstoff die Rede sein soll. Der Brennstoff-Kreislauf,
bei dem in Hochtemperaturreaktoren aus Thorium-232 der neue Spaltstoff Uran 233
erbrütet wird, sei hier nur kurz erwähnt, weil er im Zuge der neuen amerikanischen
Nuklearpolitik Präsident Carters als weitere Möglichkeit genannt wurde, wie übrigens 
schon lange durch das deutsche Hochtemperaturkonzept von Prof. Rudolf Schulten 
bekannt. Der Thorium-Kreislauf wird jedoch noch nirgendwo praktiziert.

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