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Woher das KKW seinen Brennstoff bekommt und was damit... (1985)

AuthorR.Hossner, IK
Date1985
Classification 6.01.2.10/24 (TECHNICAL - GENERAL INFORMATION)
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Der nukleare Brennstoff-Kreislauf

Die moderne Wissenschaft und Technik hat vieles unmöglich Scheinende 
möglichgemacht. Der Mensch hat gelernt, in neuen Dimensionen zu denken 
und Eigenschaften zu nutzen, die bisher ungewohnt waren.

Die friedliche Nutzung der Kernenergie in unserem Jahrhundert gibt hier ein 
hervorragendes Beispiel dafür. Sie ermöglicht sogar die Realisierung einer 
anscheinend paradoxen Vorstellung, der des "Brennstoff- Kreislaufs".

Voraussetzung für einen Kreislauf ist, daß man nach Ablauf eines Prozesses 
wiederdorthin gelangt, wo man begann. Das gesamte Verfahren muß sich 
wiederholen lassen.

Auf die friedliche Nutzung der Kernenergie bezogen, bedeutet das: Man müßte 
Asche verbrennen können. Doch selbst dann wäre es kein Kreislauf, denn am 
Anfang stand ja ein bestimmter Brennstoff und nicht seine Asche.

Tatsächlich wird bei der Kernenergie aus dem verbrauchten Brennstoff neuer 
Brennstoff gewonnen, der gleichartige Eigenschaften und den gleichen spezifischen
Energiegehalt wie der ursprüngliche hat, und genau hier schließt sich der sogenannte
"Brennstoffkreislauf'.

Im allgemeinen funktioniert so ein Kreislauf natürlich nicht ohne Verluste; 
d. h. man gewinnt weniger Brennstoff zurück als zuerst eingesetzt worden ist.

Aus diesem Grunde muß bei den heute gebräuchlichen Leichtwasserreaktoren zur
Aufrechterhaltung des Kreislaufes von außen ständig neuer Brennstoff als Ersatz
für den verbrauchten eingespeist werden. Bei den in der Entwicklung befindlichen
Reaktorenderneuen Generation wird dies jedoch nicht mehr notwendig sein: Der
Brutreaktor erzeugt seinen Spaltstoff, Plutonium, während des Betriebes immer 
wieder selbst Als Zugabe benötigt er nur das nichtspaltbare Abfall-Uran U-238, 
dassonst nicht verwendbar ist.

Vom Ausgangspunkt an wollen wir im Folgenden die einzelnen Stationen des
"Brennstoff-Kreislaufes" der Kernenergie genauer kennenlernen, wobei hier nur 
vom Uran- und Plutonium-Brennstoff die Rede sein soll. Der Brennstoff-Kreislauf, 
bei dem in Hochtemperaturreaktoren aus Thorium-232 der neue Spaltstoff Uran 233
erbrütet wird, sei hier nur kurz erwähnt, weil er im Zuge der amerikanischen 
Nuklearpolitik des ehemaligen Präsidenten Carter als weitere Möglichkeit genannt 
wurde, wie übrigens schon lange durch das deutsche Hochtemperaturkonzept von 
Prof. Rudolf Schulten bekannt. Der Thorium-Kreislauf wird jedoch noch 
nirgendwo praktiziert.

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