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Plutonium Das tödliche Erbe der Atomindustrie (1995)

AuthorUndine van Blottnitz, Greens in EP
Date1995
Classification 6.01.2.56/03 (PLUTONIUM - MOX & POSSIBLE RE-USE WEAPONS PU / HEU)
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EDITORIAL

Die Atomindustrie startet eine zweite Offensive. Wir müssen wachsam sein und 
gut informiert, damit wir den neuerlichen Versprechungen nicht chancenlos 
erliegen. Die vorliegende Broschüre soll da ein nützliches Hilfsmittel sein.
Die Suche nach einer tödlichen Waffe war vor einem halben Jahrhundert Triebfeder 
für atomare Forschung. Nach der Tragödie von Nagasaki vollführte die 
Atomtechnologie einen scheinbaren Wandel. "Atome für den Frieden" lautete die 
Verheißung der 50er Jahre und blieb doch nur ein fadenscheiniges Deckmäntelchen 
für die politische Lüge, militärische und zivile Nutzung der Atomenergie voneinander
trennen zu können.
In Wirklichkeit hat es diese Unterscheidung nie gegeben, weil es sie nicht geben 
kann. Auch "friedliche" Reaktoren produzieren den Bombenstoff Plutonium. 
Jedwede Nutzung der Atomtechnologie birgt unkalkulierbare Risiken der 
Weiterverbreitung radioaktiver Stoffe. Vollständige Kontrollen der militärischen 
und zivilen Atomanlagen gab und gibt es weder im Westen noch im Osten.
Die nach dem Desaster von Tschernobyl am Boden liegende Atomindustrie glaubt 
heute dennoch mehr denn je an ihre zweite Chance. Die Todesgeister, die sie rief, 
will sie nun selbst bekämpfen. Schwerter zu Pflugscharen - sprich Waffenplutonium 
zu MOX-Brennelementen- heißt die neue Devise. Ein gefährlicher Plan. Unsinnig 
und antiquiert. Ein Ablenkungsmanöver, um das Versagen bei der Bewältigung der 
atomaren Folgen dieser Dinosauriertechnologie - u.a. in Gorleben - zu kaschieren.
Käme es dazu, würde die Ausstiegschance aus der Plutoniumwirtschaft vertan und 
die Wende zu einer ökologisch nachhaltigen Energieerzeugung unmöglich gemacht. 

Wir sind alle gefordert, dies zu verhindern.

Undine von Blottnitz

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