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Rede-Gegenrede: Symposion der Niedersächsischen Landesregierung zur grundsätzlichen sicherheitstechnischen Realisierbarkeit eines integrierten nuklearen Entsorgungszentums (1979)

AuthorDAtF, P.M.Herttrich
Date1979
Classification 6.01.3.00/07 (NUCLEAR SAFETY - GENERAL)
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Vorwort

Die Entsorgung von Kernkraftwerken ist unerläßliche Voraussetzung für die 
zukünftige friedliche Nutzung der Kernenergie. Die Bundesregierung hatte im 
Jahr 1974 ihr Konzept eines integrierten nuklearen Entsorgungszentrums vorgelegt. 
Alle Verfahrensschritte der Entsorgung von der Zwischenlagerung des abgebrannten 
Brennstoffes, der Wiederaufarbeitung, der Abfallbehandlung und -endlagerung und 
der Verarbeitung des zurückgewonnenen Spaltmaterials zu neuen Brennelementen 
sollten danach am Ort des Endlagers durchgeführt werden. Als möglicher Standort 
wurde Gorleben ausgewählt. Das Genehmigungsverfahren und die Erstellung von 
Gutachten wurden eingeleitet.
Die Niedersächsische Landesregierung als Genehmigungsbehörde wollte sich 
vor und unabhängig von dem atomrechtlichen Genehmigungsverfahren eine 
grundsätzliche Meinung zur Realisierbarkeit des vorgeschlagenen Konzeptes bilden. 
Wissenschaftler, die der Kernenergie skeptisch gegenüberstehen, sollten daher ein 
Gutachten erstellen, das die problematischen Punkte des Konzeptes aufzeigt. In 
Rede und Gegenrede der Kritiker mit Gegenkritikern sollte dann versucht werden, 
in einem" wahrheitssuchenden Gespräch" Streitfragen darzustellen und so weit 
wie möglich zu klären.
Mit dem Protokoll dieses Gesprächs liegt eine umfassende Zusammenstellung 
der wichtigsten Argumente zu Fragen der Entsorgung vor.
Das Entsorgungssymposion der Niedersächsischen Landesregierung ist 
zudem in der Bundesrepublik der erste Versuch, noch vor dem atomrechtlichen 
Genehmigungsverfahren und der Erörterung der Einwendungen von möglichen
Einsprechern gegen das jeweilige Projekt schon zu Beginn eine öffentliche 
Bestandsaufnahme der kontroversen Standpunkte zu Kernenergiefragen in den 
Prozeß der Entscheidungsvorbereitung und Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. 
Ergebnisse und Schlußfolgerungen aus dem Entsorgungssymposion werden noch für 
lange Zeit Bezugspunkte bei den unerläßlichen Bemühungen sein, möglichst bald 
tragfähige Lösungen des Entsorgungsproblems zu erreichen.
Das Deutsche Atomforum versteht sich als Mittler in der Diskussion um die 
friedliche Nutzung der Kernenergie. Ihm war und ist deshalb daran gelegen, eine 
breite Öffentlichkeit über das Für und Wider der Kernenergie zu informieren und 
die sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern.
Durch die Herausgabe der vollständigen Protokolle des Gorleben-Symposions in 
deutscher Sprache macht das Deutsche Atomforum ein zeitgeschichtliches Dokument 
der Kernenergiediskussion, das alle für die Lösung des Entsorgungsproblems in der 
Bundesrepublik Deutschland relevanten Fragen zusammenfaßt, einer breiteren 
Öffentlichkeit zugänglich.

Dr. Peter Haug 
Dr. Peter Michael Herttrich

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