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Die Risikobewertung von Kernkraftwerken (1978)
| Author | DAtF |
| Date | December 1978 |
| Classification | 6.01.3.70/17 (NUCLEAR SAFETY - RISK ANALYSES / RISK PERCEPTION) |
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From the publication:
Die Risikobewertung von Kernkraftwerken l. Gefahr- Risiko Unser tägliches Leben ist durch vielerlei Gefahren bedroht. Wir können uns selber in Gefahr bringen (z. B. beim Ausführen von Reparaturen auf einer nicht standfesten Leiter), wir können andere in Gefahr bringen (z. B. durch ungenügendes Absichern einer Baugrube), und wir stehen Gefahren gegenüber (z. B. durch Blitzschlag getroffen zu werden). Der Mensch kann also Gefahren hervorrufen (aktiv, "gefährden"), er kann aber auch Gefahren ausgesetzt sein (passiv, "gefährdet sein"). Aktive und passive Gefahrdung können miteinander verknüpft sein (Beispiel: durch zu schnelles Autofahren gefährde ich mich und andere, sogenannte Unbeteiligte). Gefährdungsobjekte sind nun nicht nur Menschen, sondern ebenso Dinge oder ideelle Inhalte (Beispiel: Durch übles Nachreden gefährde ich das Ansehen einer Person). Gefahren bestehen also für materielle und ideelle Güter; zweckmäßig wird die Gesundheit nicht als materielles, sondern als besonderes Gut erfaßt. Gefahren sind vermeidbar (Ersatz der wackligen Leiter) oder mehr oder weniger unvermeidbar und werden dann um anderer Vorteilewillen in Kauf genommen (Straßenverkehr). Neben offenkundigen Gefahren gibt es solche, deren man sich aus Unkenntnis (z. B. krebserzeugende Wirkung mancher Stoffe), wegen ihrer Geringfügigkeit (z. B. Sturzgefahr beim Laufen) oder wegen der geringen Wahrscheinlichkeit des Eintritts (z. B. von Meteoriten erschlagen zu werden) kaum oder gar nicht bewußt ist. Erkenntnis und Anerkennung einer Gefahr sind relativ und von vielen Faktoren abhängig: Was heute als normal angesehen wird, galt früher als gefährlich (Beispiel: Eisenbahnfahren), Skilaufen gilt als ungefährlich, weil beim Drachenfliegen mehr passiert.
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