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Der Petkau-Effekt. Katastrophale Folgen niedriger Radioaktivität (1990)

AuthorRalph Graeub
Date1990
Classification 6.01.4.80/13 (RADIATION - DISCUSSION ON LOW-LEVEL RADIATION)
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Vorwort

Als eine der schwersten Folgen der Katastrophe von Tschernobyl im Aprill986
muss die Tatsache bezeichnet werden, dass fast ganz Europa auf Jahrzehnte hinaus
radioaktiv verseucht bleiben wird. So ist noch 1990 unsere Nahrung 10- bis mehr als
100fach höher verseucht als vor Tschernobyl. abhängig von der Art, von der Herkunft
und von dem Herstellungszeitpunkt des Produkts 92. Die nach der Katastrophe
festgelegten EG-Grenzwerte für Radioaktivität in der Nahrung wurden deshalb
kürzlich für weitere fünf Jahre verlängert. Sie waren eigentlich nach der Katastrophe
nur als kurzfristige Massnahme vorgesehen. Die Gefahren eines solchen Unfalls
wurden offensichtlich auch diesbezüglich ganz massiv unterschätzt.
Darauf deuten auch neueste Studien aus USA und der BRD, die zeigen, dass die
tödliche Wirkung der radioaktiven Wolke aus Tschernobyl um etwa das 1000fache
unterschätzt wird. Zudem konnte in den USA ein aussergewöhnliches Vogelsterben
nach Tschernobyl nachgewiesen werden.
Alle diese Schäden erklären die Forscher mit dem Petkau-Effekt: dass nämlich die
Zellmembranen bei Langzeit-Bestrahlung mit niedrigen Dosen viel leichter brechen
als bei einer Kurzzeit-Bestrahlung mit höherer Strahlendosis (z. B. Röntgen).
Selbst die Amerikanische Akademie der Wissenschaften hat schon 1980 auf diese
Möglichkeiten hingewiesen. So hinterlässt Tschernobyl auch mit den verbleibenden
«kleinen» Strahlendosen eine tödliche Dauergefahr.

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