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Geschäftsbericht 1997 (1998)

AuthorNAGRA
Date1998
Classification 2.12.4.10/19 (SWITZERLAND - WASTE (NAGRA))
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VORWORT

Der vorliegende Geschäftsbericht orientiert über die im Jahre 1997 erzielten 
Arbeitsfortschritte eines langfristig angelegten Forschungs- und 
Entwicklungsprogramms zur dauernden sicheren Entsorgung und Endlagerung 
der radioaktiven Abfälle.

Bei der Vorbereitung des Lagers für schwach- und mittelaktive Abfälle wurden 
Entscheidungsunterlagen zum weiteren Vorgehen bereitgestellt. Der am Standort 
Wellenberg, Kanton Nidwalden, erreichte technische Kenntnisstand ist in einem 
umfangreichen Synthesebericht dokumentiert worden. Die Resultate bestätigen die 
sicherheitstechnische Eignung des Standorts. Anfangs 1997 wurde durch den 
Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und 
Kommunikation eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese soll bis Mitte 1998 die 
technischen und volkswirtschaftlichen Entscheidungsunterlagen zum weiteren 
Vorgehen erarbeiten. Als nächster Schritt sind weitere Untersuchungen aus einem 
noch zu erstellenden Sondierstollen geplant. Dafür müsste ein erneutes 
Konzessionsgesuch durch die Genossenschaft für nukleare Entsorgung 
Wellenberg (GNW) beim Kanton eingereicht werden.

Für den Entsorgungsnachweis hochaktiver Abfälle werden unterschiedliche Gesteine 
in verschiedenen Regionen hinsichtlich ihrer Eignung untersucht. Die Abklärungen 
laufen für die Gesteine Opalinuston im Zürcher Weinland und für Kristallin im 
Nordaargau. In beiden Gebieten wurden im Winter 1996/97 geophysikalische 
Messungen ausgeführt. Die Untersuchungen werden durch mehrjährige 
Forschungsprogramme in den Felslabors Grimsel und Mont Terri ergänzt, die unter 
namhafter internationaler Beteiligung - einschliesslich der Europäischen Union - 
durchgeführt werden. Im Berichtsjahr konnte die diesbezügliche internationale
Zusammenarbeit ausgebaut und vertieft werden.

In den 25 Jahren ihres Bestehens hat die Nagra eine umfassende wissenschaftliche 
Kompetenz aufgebaut. Mit umfangreichen Forschungsarbeiten wurden die 
Grundlagen für die sichere und für die Nachwelt problemlose Entsorgung 
radioaktiver Abfälle gelegt, die bei der Stromproduktion, in Spitälern, bei der 
Forschung und in der Industrie anfallen. Die Nagra will in Zukunft auf diesem 
Wissen aufbauen und mit neuen, schlankeren Strukturen ihre Kompetenz vermehrt 
auch im Ausland anbieten. Dazu hat sich die Nagra im Herbst 1997 neu organisiert.

Als nationales Kompetenzzentrum für die Entsorgung radioaktiver Materialien 
nehmen wir zusammen mit unseren in- und ausländischen Partnerorganisationen 
eine technisch anspruchsvolle Umweltschutzaufgabe war. Ich danke allen Beteiligten, 
insbesondere den Nagra-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern für Ihren Arbeitseinsatz,
die fachliche Kompetenz und die Sorgfalt bei der Arbeitsausführung.

Hans Issler, Präsident

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