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Die Auswirkungen des Reaktorunfalls von Tschernobyl in der Region Bremen. Messwerte Mai/September 1986 und Dosisabschätzungen (1986)

AuthorMessstelle Radioaktivität Bremen
DateDecember 1986
Classification 2.34.8.30/37 (CHERNOBYL ACCIDENT - CONSEQUENCES EUROPE - GENERAL)
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6. Zusammenfassung und Bewertung

6.1. Zusammenfassung

Seit dem 29.4.1986 werden an der Universität Bremen von Mitarbeitern der 
Arbeitsgruppe Kernstrahlungsmeßtechnik/Medizinische Physik die Folgen des 
Reaktorunfalls von Tschernobyl messtechnisch verfolgt. Überwacht werden 
die Radionuklidkonzentrationen in der Umwelt, in Nahrungsmitteln und im
Menschen selbst.

Anhand der gemessenen Aktivitätsverhältnisse von Cs-136/Cs-137 und 
Cs-134/Cs-137 in Umweltproben aus dem höher belasteten Süden der Bundesrepublik 
konnten Aussagen über die Leistungsgeschichte und das Radionuklid-Inventar des 
sowjetischen Reaktors RBMK-1000 gemacht werden. Unsere Berechnungen ergeben 
einen mittleren Abbrand von 12 850 MWd/t und lassen vermuten, daß der Reaktor 
zwischen dem 19. und 21.4.1986 zu Wartungsarbeiten heruntergefahren
wurde.

Durch den Graphitbrand wurden die bei dem Unfall freigesetzten Nuklide bis 
in Höhen von 5 km getragen und konnten so durch die dort vorherrschenden 
Windströmungen über ganz Europa verteilt werden.

Entgegen ersten Vermutungen stellt das Inventar des Reaktors an C-14 keine 
radioökologische Gefahr dar, da es selbst bei vollständiger Freisetzung das globale 
Gesamtinventar an C-14 in der Erdatmosphäre nur um etwa ein Millionstel erhöht 
hätte.

Zur Überwachung möglicher Expositionspfade für den Menschen und zur 
Abschätzung des Gesamteintrags an Radionukliden in der Region Bremen wurden 
das Aerosol der Luft, Regenwasser, Boden, Gras, Milch, Obst und Gemüse, Fleisch 
und sonstige Nahrungsmittel gammaspektrometrisch untersucht.

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