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Die weißrussische Nationalbewegung nach der Katastrophe von Tschernobyl (1994)

AuthorA.Sahm
Date1994
Classification 2.43.0.00/01 (BELARUS)
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Vorbemerkung der Autorin

Die vorliegende Studie, welche den weißrussischen Weg zur Eigenstaatlichkeit 
im Kontext der Auflösung der Sowjetunion zu rekonstruieren versucht, muß 
notwendigerweise zahlreiche Aspekte weißrussischer und sowjetischer Wirklichkeit 
ausblenden oder vereinfachen. Ich hoffe, daß dies nicht zu Verzerrungen geführt hat, 
für die ich die volle Verantwortung übernehme, und daß die offen gebliebenen 
Fragen Gegenstand weiterer Forschung bilden werden. Vor allem aber soll hinter der 
Analyse, die nicht auf der unmittelbaren Ebene verbleiben darf und kann, gleichwohl 
das Leid, welches Nationalsozialismus, Stalinismus und die Reaktorkatastrophe von
Cernobyl' zahlreichen Menschen nicht nur in Weißrußland zugefügt haben, nicht 
verschwinden, sie will vielmehr zu seinem Begreifen beitragen - in der Hoffnung, 
Adornos Diktum, daß Leiden, auf den Begriff gebracht, stumm und konsequenzlos 
bleibe, möge sich letztendlich als unwahr erweisen.

Das Verständnis für und die Materialien über eine Republik, welche bis heute in 
diesem Land weitgehend eine "terra incognita" geblieben ist, wären nicht ohne die 
Hilfe zahlreicher Freunde und Bekannte zu erlangen gewesen. Auf weißrussischer 
und russischer Seite möchte Ich namentlich nennen: Svetlana Aleksievic, Dima 
Epstejn, Galina Kozlova, Ludmila Polenova, Aleksandr Ruchlja, Ol'ga Vasll'eva 
sowie die Familie Savkov in Minsk. Mein Dank gebührt ebenso den Mitarbeitern des 
Archivs M-BIO in Moskau, von Radio Liberty in München und der Forschungsstelle 
Osteuropa in Bremen. Barbara Maler und Manfred Sapper waren kritische 
Kommentatoren der Rohfassungen des Manuskripts. Der Studienstiftung des 
deutschen Volkes danke ich für die finanzielle und ideelle Unterstützung meines 
Studiums.

Offenbach am Main, im November 1993 
Astrid Sahm

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