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...und auch nicht anderswo! Die Geschichte der Anti-AKW-Bewegung (1997)

AuteurRedaktion Atom Express
Datum1997
Classificatie 2.01.2.10/22 (DUITSLAND - ANTIKERNENERGIEBEWEGING - ALGEMEEN)
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Uit de publicatie:

Vorwort

Die Idee zu diesem Buch spukte schon seit Jahren in unseren Köpfen, mal ernsthaft
diskutiert auf Redaktionstreffen, mal schwärmerisch am Kneipentisch. Als wir vor
geraumer Zeit die organisierte Arbeit in der Anti-AKW-Bewegung aufgaben, 
verfolgten wir diesen Gedanken weiter: Daß die Erinnerung an viele Jahre des 
Widerstandes, wenn man sie von schönfärberischer Nostalgie entkleidet, es wert 
wäre, festgehalten zu werden. Denn jeden von uns hat diese Zeit entscheidend 
geprägt und uns eine politische Sozialisation vermittelt, von der sich manches- 
hoffentlich -bis heute erhalten hat.
Diese Hoffnung bezieht sich nicht nur auf uns selbst. Was die Anti-AKW-Bewegung
an politischer Kultur, Lebendigkeit und Durchschlagkraft entwickelt hat und heute
- siehe Tag X3 - immer noch hervorbringt, ist einmalig in der Geschichte der
Bundesrepublik. Hunderttausende, wenn nicht Millionen, wurden durch diese
Bewegung beeinflußt: in ihrem politischen Denken, in ihrer Haltung zur Staatsgewalt,
in ihrem Glauben an die Segnungen moderner Technologie und in ihrer Sensibilität
gegenüber ökologischen Gefahren.
Zwischen dieser herausragenden Bedeutung der Anti-AKW-Bewegung und ihrem 
Niederschlag in der politischen Literatur existiert ein eklatantes Mißverhältnis. In 
den herrschenden Medien wurde sie allzu oft als technikfeindlich und terroristisch
diffamiert. In der Bewegung selbst gab es zwar ein reges Publikationswesen, das aber 
vornehmlich aufklärerischen Charakter hatte oder der internen politischen Klärung 
diente. Uns ist - abgesehen von einigen Examensarbeiten - keine Veröffentlichung
bekannt, die sich ausführlicher mit der Geschichte der Bewegung und ihren 
politischen Ausstrahlungen beschäftigt.
Die Herausgeber dieses Buches sind keine Politikwissenschaftler. Wir waren selbst 
in der Bewegung aktiv, hauptsächlich durch unsere Mitarbeit bei der 
Bürgerinitativenzeitung  »Atom Express«, später der »atom«, die 1994 ihr Erscheinen 
einstellte. Wir können nicht viel mehr abliefern als ein Porträt der Bewegung- so, wie
wir sie sehen, und ein Stück weit so, wie sie sich selber sah und sieht.
Im Mittelpunkt des Buches steht eine detaillierte Chronologie der Bewegung.
Wenn wir uns durch Berge alter Bewegungszeitungen und Fotostapel wühlten, waren 
verklärte Erinnerungen und nostalgische Gefühle nicht zu vermeiden. Manches davon 
mag sich auch im Buch niedergeschlagen haben. Das Bemühen war aber vorhanden, 
Stärken und Schwächen, Irrwege und Richtungsweisendes, Verdrängtes und zu 
Unrecht Glorifiziertes sorgsam aufzulisten und zu analysieren.

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