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Bayern im Herbst: Herbstaktionen (1987)
| Auteur | AG Herbstaktionen |
| Datum | december 1987 |
| Classificatie | 2.01.8.29/01 (DUITSLAND - WACKERSDORF - ACTIES) |
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Uit de publicatie:
Klappe 1 - die Empörung schlug hohe Wellen in den Medien und der interessierten Öffentlichkeit, nachdem die bayerischen Law & Order Politiker zum Abschluß der Herbstaktionen vom 8. - 10. Okt. ‚,sauber hinlangen" ließen. Berechtigterweise, dass muß gesagt werden, denn die Prügelorgie am Bauzaun, bei der der Tod von Demonstranten von Seiten der Polizeiführung mehr als billigend in Kauf genommen wurde, war in seiner direkten Brutalität ein Einschnitt für den WAA-Widerstand. Dennoch ist es notwendig, mehr im Gedächtnis zu behalten als die Demonstration der harten Linie der Herrn Lang und Gauweiler, deren größter Coup in diesem Herbst vielleicht die Aufhebung des Versammlungsrechts in geschlossenen Räumen war - fast unbemerkt von der ,,demokratischen Öffentlichkeit" wurden zwei Plena von WAA-Gegnern ohne Begründung aufgelöst. Klappe 2 - nach einem Jahr ohne überregionale Mobilisierung nach Wackersdorf sollten die Herbstaktionen die Breite und die Radikalität der Anti-WAA-Bewegung darstellen, das Demonstrationsrecht am Baugelände zurückerobern und aufbauend auf den '86er Blockadetagen neue Widerstandsformen entwickeln helfen, - Perspektiven schaffen. Das jedenfalls waren die Vorgaben der Bundeskonferenz der Anti-AKW-Gruppen. Klappe 3 - doch wurde die Debatte um die Herbstaktionen, d.h. Großdemo und/oder Aktionstage zum Auslöser für einen schon länger schwelenden Konflikt innerhalb der Anti-AKW-Bewegung, so daß sich ein Teil der zu Wackersdorf arbeitenden Gruppen aus den Vorbereitungen zurückzogen. Viele gerade außer bayerische Gruppen ließen sich, genervt durch die Auseinandersetzungen erstmal nicht mehr sehen. Klappe 4 - Anfang Juni kam es dann zu bewegungsübergreifenden Bündnisverhandlungen, die zur Folge hatten, daß ein Trägerkreis gebildet wurde, in dem von autonomen Gruppen über die BI's bis zu Teilen der Friedensbewegung und Gewerkschaften, denkbar unterschiedliche Bewegungen beteiligt und vertreten waren. Diese Unterschiede traten dann auch in mehr als hartnäckig geführten Diskussionen über die Grundlage der Herbstaktionen, über Vorbereitung und Durchführung von Aktionstagen und Demonstration, zutage. Trotzdem hielt das Bündnis an den entscheidenden Punkten, für viele sicher unerwartet. Klappe 5 - viele Vorgaben konnten nicht eingelöst werden. ,,Sand im Getriebe des Atomstaats" waren eher die Polizisten als die Demonstranten, oft war Ohnmacht gegenüber der Staatsgewalt das vorherrschende Gefühl vieler Teilnehmer, viele handlungsfähige Menschen verzichteten darauf sich einzubringen und erwarteten wohl eine Art bessere Konsumveranstaltung. Wir verspielten so selbst unsere größte Stärke, unsere Vielfältigkeit und Unberechenbarkeit. Zur Demo zeigten sich unerwartet viele in Wackersdorf, doch die Hilfslosigkeit gegenüber den Polizeiattacken, werfen Fragen auf, denen wir uns stellen müssen - alle. Sahen wir nach den Knüppelorgien am Bauzaun noch, wie sich die Verantwortlichen in beispielsloser Selbstentlarvung zu rechtfertigen suchten, so mußten wir einen Monat später hinnehmen, daß Zimmermann eine Blutspur von der Startbahn 18 west über die Hafenstraße bis nach Wackersdorf zog. Das Progrom, daß nach diesen Schüssen gegen Widerstandsbewegungen aller Art, stellvertretend gegen die Autonomen entfesselt wurde und zur Zeit sämtliche radikalen Bewegungen zu lähmen scheint, muß durchbrachen werden, wenn sich der Widerstand gegen die Atomfabriken entwickeln, die WAA verhindert werden soll.
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