Stichting Laka

Publicatie Laka-bibliotheek:
Nuklearzentrum Hanau (1984)

AuteurAtom, Neue Hanauer Zeit
Datumdecember 1984
Classificatie 2.01.8.70/01 (DUITSLAND - HANAU - NUKEM/ALKEM)
Voorkant

Uit de publicatie:

EDITORIAL

Angeschlagene Raubtiere sind besonders gefährlich!

Horst Stern und der Rest der Natur mögen uns diesen hinkenden Vergleich verzeihen. 
Eher ist es so: David weiß nicht mehr, wo er seine Schleuder hingelegt hat, während 
Goliath mit modernstem Gerät und Spezialeinheiten das Feld beherrscht.

Im Hanauer Wald wurde geschossen.
Tote hat es keine gegeben.

Es waren nicht mal 100 Demonstranten, die anläßlich des Erörterungstermins zum
Genehmigungsverfahren für Nukem 2 mit Sprühdosen bewaffnet die Atom-Giganten
in Hanau-Wolfgang umzingelten. Aber schon das reichte den durch Schwarzbauten 
und als rosa-grüner Scheidungsgrund ins Gerede gekommenen Strahle-Männern für 
einen Vorgriff in das bereitstehende Bürgerkriegsarsenal. Während Hessens 
Innenminister Winterstein im Fernsehen den Eindruck vermittelte, der Mob hätte 
beim Versuch, die Nuklearbetriebe zu stürmen, ein paar brave Dorfpolizisten 
gelyncht: »Der Beamte schoß aus Notwehr!«, wurden peinlicherweise Bilder 
veröffentlicht, die das Gegenteil beweisen: der »bedrohte« Polizist, einsam und 
allein,  die Pistole im Anschlag, zielt auf oder knapp über die Köpfe der weit 
entfernt  stehenden Demonstranten. Die großen Nuklear-Tiere sind zwar etwas 
in der Enge, aber angeschlagen? Eine Provokation also?

Ein bißchen Kriminalisierung der Atom- und Kriegsgegner kurz vor der posthumen
Genehmigung der Schwarzbauarbeiten in den Hanauer Bomben-Werkstätten hätte 
ihnen schon gepaßt, den verschiedenen Herren aus den Wolfgänger Chef-Etagen, dem
Wiesbadener Wirtschaftsministerium aber auch den geblendeten Kopfnickern in den
Betriebsräten, - geblendet durch die Ausstrahlung »ihrer« Betriebe, durch die 
bestechenden Sozialleistungen und Lohnhöhen, geblendet durch »bombensichere« 
Arbeitsplätze.

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