Stichting Laka

Publicatie Laka-bibliotheek:
Die Grossdemonstration in Brokdorf am 28. Februar 1981- eine empirische Verlauf- studie mit Blick auf die Fraktionen der Demonstrierenden und Polizei (2007)

AuteurJan-Hendrik Schulz, Uni Bielefeld
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Datum2007
Classificatie 2.01.9.09/06 (DUITSLAND - BROKDORF - ACTIES)

Uit de publicatie:

1. Einleitung

„Wer an der Demonstration am 28.2. teilgenommen hat, konnte nur einen winzigen 
Ausschnitt dessen mitbekommen, was sich an diesem Tag abspielte.“  (1)
Tatsächlich ist die Großdemonstration am 28. Februar 1981 um den geplanten Bau 
des AKW Brokdorf eine Demonstration, von der selbst Zeitzeugen nur „einen 
winzigen Ausschnitt“ mitbekommen konnten. In dieser empirischen Verlaufsstudie 
sollen Zeitzeugen, die den „Marsch der 100000“ auf Brokdorf miterlebten, noch 
einmal die Möglichkeit bekommen, ihre Erfahrungen darzulegen. Doch nicht nur 
Demonstrierende, die sich damals mit dem bis dato größten Polizeieinsatz der 
Bundesrepublik Deutschland konfrontiert sahen, sollen von ihren Eindrücken
berichten. Auch die Fraktion der Polizei soll mit Hilfe von Zeitzeugenberichten und
einsatztaktischem Quellenmaterial beleuchtet werden, um die Distanz zwischen den 
beiden höchst unterschiedlichen Fraktionen überwinden zu können.
Im heutigen Geschichtsbewusstsein scheint die Brokdorf-Demonstration lediglich 
auf die „magische Zahl“ der 100000 KernkraftgegnerInnen, die in der Wilster 
Marsch ein Symbol gegen Atomkraft setzen wollten, beschränkt gewesen zu sein. 
Auch erinnert sich heute so mancher Zeitgenosse an einen „unverhältnismäßigen 
und willkürlichen Polizeieinsatz“ oder an einen Polizeieinsatz, „bei dem die Lage 
im Griff war“. Es zeigt sich, dass – wenn die Demonstration von 1981 vor dem 
Hintergrund vorhergehender „gewalttätiger Demonstrationen“ schon nicht in
Vergessenheit geraten ist – ein breites Spektrum verschiedener Erklärungs- und 
Deutungsmuster unterschiedlicher Couleur existiert.

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