Stichting Laka

Publicatie Laka-bibliotheek:
Atomindustrie und problematische Tätigkeit in Südböhmen (1991)

AuteurROSA
Datumapril 1991
Classificatie 2.33.0.00/10 (TSJECHOSLOWAKIJE - ALGEMEEN (tot en met 1992))
Voorkant

Uit de publicatie:

1. Die Einleitung

Atomenergie ist die Hauptrichtung der Strategie der künftigen Energieversorgung in 
der ČSFR. Dieser Planung liegt die Unmöglichkeit weiterer Steigerung der 
Energieimporte zugrunde, und die Unmöglichkeit, die heimische Kohlenförderung 
weiter zu steigen oder auch nur auf dem heutigen Niveau zu halten. Der Bau von 
kalorischen Kraftwerken wurde mit der Inbetriebnahme von Prunéřov II im Jahre 
1981 abgeschlossen. Atomenergie sollte in weiterer Folge nicht nur den Zuwachs an 
Strombedarf decken, sondern auch die sukzessive stillgelegten Kohlekraftwerke 
ersetzen. Verzögerungen im KKW-Ausbau würden sieh in Zukunft verheerend auf die 
ganze Energieversorgung auswirken. Es wird nähmlich immer weniger möglich sein 
die ausgefallenen KKW -Kapazitäten durch verstärkten Einsatz von 
Kohlekraftwerken zu ersetzen.
Es ist praktisch unmöglich zu erruieren, wieviel in die Atomenergie tatsächlich 
investiert wird. Die wenigen veröffentlichten Zahlen sind so unterschiedlich, daß sie 
nicht einmal ein grobes einheitliches Bild liefern können. Es ist sogar nicht klar, 
welche Kosten des eigentlichen KKW-Baus als Investition in Atomenergie angesehen 
werden. Die Investitionen in Atomenergie verstecken auch in anderen 
Investitionsbereichen. Der KKW-Ausbau könnte zum limitierenden Glied der 
Entwicklung der ganzen tschechoslowakischen Volkswirtschaft werden. Die ČSFR-
Planer geben offiziel mit der Illusion her, daß die Atomenergie die Kosten der
Energieversorgung senken wird. Die Investitionen in der KKW -Ausbau sind so groß, 
und verbrauchen so viele Ressourcen, daß jede negative Entwicklung sich verheerend 
und mit unvorhersehbaren Folgen auf die ganze Wirtschaft niederschlagen muß. Die 
ganze Wirtschaft braucht dringend Investitionen vor allem für umfassende 
Modernisierung. Die Atomenergie wird die ČSFR -Versorgung keinesfalls 
verbilligen, ja daß sie zu einer beträchtlichen Verteuerung führen wird.
Umweltbelastungen und Gefährdungen durch Kernkraftwerte wurden nicht 
berücksichtigt.
Das tschechoslowakische Atomprogramm hat 1958 mit dem Bau des 110 MW-
Reaktors in Jaslovské Bohunice A-l begonnen. Er ging Ende 1972 in Betrieb und 
wurde nach einem schweren Unfall 1979 stillgelegt.
Das zweite KKW, Jaslovské Bohunice V -1, ging 1978 in Betrieb (Baubeginn 1974). 
Dieses und alle folgenden KKWe sind mit VVER-Druckwasserreaktoren 
sowjetischen Musters ausgerüstet Wie der Versuch mit A-1 zeigt, sind die KKW-
Ambitionen der ČSFR relativ alt, aber erst ziemlich spät, nach dem Scheitern dieser 
Linie, konnten sie mit der Übernahme der VVER-Druckwasserreaktoren 
konsequenter verfolgt werden.
Zur Zeit sind in der ČSFR in Betrieb KKWe in Jaslovské Bohunice - 4 x 440 MW, 
und in Dukovany 4 x 440 MW. Im Bau befinden sich die KKWe in Mochovce 4 x 
440 MW und in Temelin 2 x 1000 MW.

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