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Tschernobyl und die DDR: Fakten und Verschleierungen - Auswirkungen bis heute? (2003)
| Auteur | Falk Beyer, Thomas Hartmann |
| Datum | 2003 |
| Classificatie | 2.34.8.30/48 (TSJERNOBYL - GEVOLGEN REST EUROPA - ALGEMEEN) |
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Uit de publicatie:
Vorwort Am 26. April 1986 um 01.23 Uhr explodierte ein Reaktor des Atomkraftwerks in Tschernobyl. Der Graphitblock entflammte, die Brennstäbe schmolzen. Die Explosion und der fast zwei Wochen dauernde Brand schleuderten einen großen Teil des radioaktiven Inventars in die Atmosphäre. Nach Schätzungen westlicher Experten sind in der Ukraine bis 2000 etwa 30.000 Personen unmittelbar an den Folgen der hohen Strahlendosis gestorben. Die russische Regierung meldet am 27.04.2000, dass von 86.000 Liquidatoren 55.000 gestorben seien, davon allein 15.000 Russen und davon mehr als ein Drittel durch Selbstmorde. Die WHO prognostiziert, dass allein 33 Prozent der Kinder aus den unmittelbar betroffenen Gebieten im Laufe ihres Lebens an Schilddrüsenkrebs erkranken werden, das sind schon hier mehr als 50.000 Menschen. Die radioaktive Wolke verseuchte weite Landstriche auch noch in großer Entfernung. In Westdeutschland und Westberlin mit ihren aktiven Anti-Atomkraft- Bewegungen löste die Katastrophenmeldung einen heftigen öffentlichen Diskurs aus, der tief greifende Veränderungen bewirkte. In den Wochen nach der Katastrophe stapelte sich in den Läden der DDR ein bisher nie gekanntes Angebot von Obst und Gemüse. Zeitzeugen berichten über ein reichliches Angebot auch in den Kindertagesstätten. Kinder vorsichtiger Eltern lehnten den Salat ab, andere genehmigten sich doppelte Portionen. Die Bevölkerung des ehemaligen Bezirks Magdeburg war durch das Zusammentreffen der radioaktiven Spaltstoffe mit zufälligen Niederschlägen Anfang Mai 1986 besonders betroffen. Vergleichbare Kontaminationen dieser Intensität waren auf dem Gebiet Gesamtdeutschlands nur im Voralpenraum erfolgt. Schon zwei Tage nach der Katastrophe von Tschernobyl wurde in der DDR stark ansteigende Radioaktivität festgestellt. So maß Anfang Mai 1986 das Magdeburger Bezirkshygieneinstitut in Wiesenkräutern bis zu 76.000 Bq/kg und in Bodenproben bis zu 40.000 Bq/kg. Aber nur ein einziges Mal standen ein paar Zahlen über die Radioaktivität nach Tschernobyl in der Zeitung: "Stabilisierung auf einem niedrigeren Niveau". Das "Neue Deutschland" verschwieg, dass Radioaktivitätswerte rund 1000-mal höher als üblich waren, jasogar Anfang Mai nochmals um etwa den Faktor 100 anstiegen. Was die Bürger der DDR nicht erfuhren, wusste die Regierung ganz genau.
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