Stichting Laka

Publicatie Laka-bibliotheek:
Waldschäden durch Kerntechnische Anlagen (1985)

AuteurHelmut Metzner
Datumseptember 1985
Classificatie 6.01.2.12/01 (KE & ZURE REGEN (BOSSTERFTE))
Voorkant

Uit de publicatie:

H. ZUSAMMENFASSUNG

Über Vegetationsschäden durch Radionuclide liegen in der Literatur höchst 
widersprüchliche Daten vor. Bei verschiedenen Pflanzen sind auf Böden hoher 
natürlicher Radioaktivität sowie in der Nähe kerntechnischer Anlagen Blatt- bzw. 
Nadelverluste und/oder Wuchsanomalien beobachtet worden. Andererseits haben 
etliche Pflanzenarten selbst die extreme Strahlenbelastung in der Nähe von 
Kernwaffen-Testgebieten überstanden. Untersuchungen, ob bzw. in welchem 
Ausmaßerhöhte Radioaktivität genetische Schäden setzt, führten zu kontroversen 
Ergebnissen.

In der Bundesrepublik Deutschland und in der Schweiz ergab sich bei der 
Kartierung von Fichtenbeständen der Verdacht auf verstärkte Schäden in der 
Nähe von Kernkraftwerken. Die statistische Analyse der von Reichalt für die 
KKW Gundremmingen, Würgessen und Beznau/Schweiz ermittelten Daten 
stützt diese Annahme. Eine Interpretation dieses Ergebnisses ist erst möglich, 
wenn Vergleichsuntersuchungen aus dem Umkreis konventioneller Kraftwerke 
und größerer Industriebetriebe vorliegen.

Immerhin ergibt die Auswertung der Fachliteratur einige Verdachtsmomente:

Grüne Pflanzen synthetisieren ihre primären Stoffwechselprodukte aus den drei 
Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Nachdem Kernkraftwerke 
offensichtlich nur geringe Mengen an (extrem kurzlebigen) radioaktiven 
Sauerstoff-Isotopen freisetzen, konzentriert sich das Interesse der Biologen 
zunächst auf Kohlenstoff und Wasserstoff.

Verglichen mit seiner sehr geringen atmosphärischen Volumenkonzentration 
reichem grüne Pflanzen den Kohlenstoff in ihrer Biomasse millionenfach an. Mit 
den stabilen Isotopen 12c und 13c wird auch das aus der kosmischen Strahlung, 
aus dem Fallout der Kernwaffentests sowie aus den Emissionen kerntechnischer 
Anlagen stammende radioaktive Isotop 14c eingebaut. Dessen Anteil am Gesamt-
Kohlenstoff ist zwar sehr gering, doch findet sich Kohlenstoff-14 in der Vegetation 
im Umkreis leistungsstarker Wiederaufarbeitungsanlagen um das Fünffache 
angereichert. Ob diese Akkumulation in die Zellinhaltsstoffe indessen signifikante 
genetische Schäden setzt, bedarf noch einer kritischen Überprüfung.

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