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Radioaktive Frachten unterwegs. Atomtransporte und Sicherheit (2000)

AuteurBundesamt für Strahlenschutz
Datum2000
Classificatie 6.01.8.05/28 (TRANSPORTEN - ALGEMEEN - VEILIGHEID/TECHNOLOGIE)
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EINLEITUNG

Zur Ver- und Entsorgung der in Deutschland betriebenen 19 Atomkraftwerke sind
eine Vielzahl von Transporten mit radioaktiven Stoffen notwendig. Insbesondere die
Transporte mit abgebrannten Brennelementen und anderen hochradioaktiven Stoffen
haben in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen und Verunsicherung in
der Bevölkerung gesorgt.

Im Mai 1998 setzte das Bundesumweltministerium alle Transporte mit bestrahlten
Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken und die Transporte zur Rückführung
von hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich aus
Sicherheitsgründen aus. Die Energieversorgungsunternehmen hatten jahrelang
massive radioaktive Verunreinigungen an den Außenflächen der Behälter und an den
verwendeten Transportmitteln verschwiegen. Die Kontaminationen überschritten den
international festgelegten Grenzwert teilweise um mehr als das Hundertfache. Die
Ursachen, wie auch das Ausmaß der Gefährdung, wurden von Fachleuten auch nach
gründlichen Untersuchungen unterschiedlich bewertet. Sicher ist, dass
Atomtransporte nur dann durchgeführt werden dürfen, wenn die vorgeschriebenen
Grenzwerte zuverlässig eingehalten werden.

Jährlich rollen Hunderte von Transporten mit Kernbrennstoffen durch Deutschland.
Mit der Inbetriebnahme des Zwischenlagers in Gorleben, ersten Rücktransporten aus
der Wiederaufarbeitung und der direkten Beförderung von CASTOR-Behältern mit
abgebrannten Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken in die bestehenden
Zwischenlager in Gorleben und Ahaus haben Proteste gegen Atomtransporte
bundesweites Aufsehen erregt. Tausende Menschen demonstrierten gegen diese
Transporte.

Trotz der Neuorientierung der Energiepolitik durch die Bundesregierung, die mit
den Energieversorgungsunternehmen im Juni 2000 den Ausstieg aus der Nutzung der
Atomenergie vereinbart hat, bleibt das Thema Atomtransporte auf der Tagesordnung.
Neben der notwendigen Einhaltung von Vorschriften und Schutzzielen gilt es, künftig
die Anzahl der Transporte zu minimieren.

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