Stichting Laka

Publicatie Laka-bibliotheek:
Castor-Dokumentation. aaa 71/72 (1996)

Auteuranti atom aktuell
Datumjuli 1996
Classificatie 2.01.8.39/15 (DUITSLAND - GORLEBEN - ACTIES)
Voorkant

Uit de publicatie:

aaauftakt

"Manche Chancen erhalten soziale Bewegungen nur einmal." 
(Jochen Stay)

Gegen den erbitterten Widerstand, den Tausende von Atomkraftgegnerinnen und 
-gegner leisten, wird ein Behälter mit Atommüll unter einem riesigen Polizeiaufgebot 
nach Gorleben gebracht. Nach sechs Stunden heftiger Auseinandersetzungen schließt 
sich das Rolltor des Zwischenlagers, und ein Demonstrant sagt: "Wir haben 
gewonnen."

Die meisten Medien zeichnen danach ein Bild von Krawallen; das Wort Krieg wird 
im Zusammenhang mit den Aktionen gegen den Transport gebraucht. Die Vokabeln 
Mob und "unappetitliches Pack" machen die Runde, Demonstrierende werden als 
Chaoten bezeichnet. "Na, wenn das so ist, dann sind wir eben die Chaoten!" äußern 
sich daraufhin viele.

Das gesteckte Ziel, die Einlagerung der Glaskokillen zu verhindern, wurde nicht 
erreicht. Wie kommt es, daß so viele Menschen stolz darauf sind, diese "Niederlage" 
miterlebt zu haben?

Wir haben versucht, Berichte aus den verschiedensten Blickwinkeln 
zusammenzustellen; nur aus der Vielzahl der Facetten ergibt sich überhaupt ein Bild. 
Sehr persönlich Geschriebenes steht jetzt neben eher analysierenden Betrachtungen; 
manche haben auf die Uhr geschaut, gezählt und bemüht nüchtern geschildert, was 
sie gesehen haben. Für andere ist der Eindruck wichtiger; es macht überhaupt nichts 
in diesem Zusammenhang, wenn beispielsweise Zahlenangaben eher Ausdruck von 
Stimmungen sind. Wer kann auch schon wirklich beurteilen, ob es hundert, tausend
oder dreitausend Polizeibeamte sind, die im Laufschritt auf Dich zukommen?

Erfreulich viele haben auf unsere Bitte reagiert, ihre Berichte, Bilder und 
Einschätzungen für diese Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Dafür wollen 
wir uns bei allen bedanken! Wir konnten bei weitem nicht alles unterbringen und 
hoffen dafür auf Verständnis. Es sollte ja eine Broschüre und kein Buch werden.

So. Am Ende noch eine Versicherung für diejenigen, die möglicherweise argwöhnen, 
die anti atom aktuell würde nun doch zur Hofberichterstattung aus Gorleben 
übergehen: Dies ist eine Sondernummer. Ausnahmsweise haben wir uns auf 
Gorleben konzentriert. Im nächsten Heft kehren wir wieder zu unserem Konzept der 
Regionalredaktionen zurück. Bitte schaut ins Impressum, und schickt Eure Beiträge 
an diejenigen, von denen ihr am ehesten denkt, daß sie für Euch zuständig sind.

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